Depression

Depression

In dem Leben der meisten Menschen kommen Momente vor, in denen man sich traurig, einsam, energielos und niedergeschlagen fühlt. Solche Gemütszustände gehören zu den normalen Hochs und Tiefs des Lebens. Sie sind eine normale und gesunde Art auf negative Erfahrungen, Verluste, Enttäuschungen oder Belastungen zu reagieren. Ähnlich wie der Schmerz eine Art Warnung vor Gefahren darstellt, sind Phasen der Traurigkeit und Niedergeschlagenheit wichtig, um bestimmte negative Erfahrungen zu verarbeiten und sich neu zu orientieren. Erst wenn dieser Zustand über mehrere Wochen oder Monate anhält, spricht man von einer Depression. Depressionen gehen wie kaum eine andere Erkrankung mit hohem Leidensdruck einher, da diese Erkrankung ins Zentrum des Wohlbefindens und der Lebensqualität zielt.

Depressionen können jeden treffen. In Deutschland leiden etwa 5% aller Menschen (ca. 4 Millionen) an einer behandlungsbedürftigen Depression. Im Zusammenhang mit Diabetes ist das Risiko ungefähr doppelt so hoch, zugleich an einer Depression zu erkranken. Mindestens jeder 10. Diabetiker ist aktuell davon betroffen. Untersuchungen zeigen, dass das Auftreten einer Depression häufig mit einer schlechteren Stoffwechseleinstellung, mehr Diabeteskomplikationen und erheblichen Schwierigkeiten bei der Durchführung des Diabetesmanagements. Besonders bei Menschen mit Folgeerkrankungen ist die Depressionsrate erhöht. Hierdurch leidet die Lebensqualität betroffener Person erheblich.

Was viele Menschen nicht wissen: Mit der richtigen Therapieform können rund 80% der Erkrankten erfolgreich behandelt werden. Voraussetzung dafür ist jedoch eine frühzeitige Diagnosestellung, die richtige Therapie und die Bereitschaft des Patienten, sich auf die Behandlung einzulassen.

Woran erkennt man eine Depression?

Im Folgenden sind einige Anzeichen aufgeführt, die auf eine Depression schließen lassen. Depressionen können sich jedoch auf eine sehr unterschiedliche Art und Weise äußern. Es müssen nicht alle Anzeichen erfüllt sein, um an einer Depression erkrankt zu sein. 

Traurige Stimmung:

Ein Gefühl der tiefen Niedergeschlagenheit, Mut- und Hoffnungslosigkeit. Viele Betroffene berichten von einer Verzweiflung und einem "Gefühl der Gefühllosigkeit". Das Erleben ist völlig verändert.

Verminderte Antriebs- und Entscheidungsfähigkeit:

An einer Depression Erkrankte können sich häufig zu nichts entschließen. Sie wägen alles ab, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Selbst einfache Verrichtungen machen große Mühe. Schwierige Dinge werden aufgeschoben und nicht angepackt.

Denk- und Konzentrationsvermögen:

Schwierigkeit, sich auf etwas zu konzentrieren oder sich in komplizierte Sachverhalte einzudenken. Viele Betroffen berichten, dass es Ihnen schwerfällt, sich von einigen Gedanken zu lösen, über die sie immer wieder grübeln, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Dadurch können sie sich auf andere Dinge nur schwer konzentrieren.

Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle:

Oft quält depressive Menschen ein Gefühl, an der Erkrankung selbst schuld zu sein. Im Vergleich zu anderen Menschen fühlen sie sich zudem oft als minderwertiger.

Verlust von Interessen und Freude an Aktivitäten:

Dinge, die früher Spaß gemacht haben, werden kaum noch gemacht. Viele Patienten ziehen sich zurück, vermeiden soziale Kontakte und verbringen viel Zeit im Bett oder auf der Couch.

Mangelnde Fähigkeit, gefühlsmäßig zu reagieren:

Das Erleben von Gefühlen ist stark eingeschränkt. Dies zeigt sich besonders in Situationen, die normalerweise mit starken Gefühlen verbunden sind wie Glücksmomente, ein Unfall oder andere schlimme Ereignisse.

Angstgefühle:

Depressionen werden sehr häufig von Ängsten begleitet. Dies ist verständlich, da depressive Menschen in dieser Phase viel grübeln, sich Sorgen machen und kein ausgeprägtes Selbstbewusstsein besitzen.

Schlafstörungen:

Ein gestörter Schlaf ist ein typisches Merkmal einer Depression. Dies kann dazu führen, dass depressive Menschen trotz Müdigkeit lange wach liegen und nicht tief schlafen. Andere wachen oft auf und können vor lauter Grübeln schlecht erneut einschlafen. Wieder andere leiden unter einem stark erhöhten Schlafbedürfnis und schlafen wesentlich länger, ohne jedoch dadurch erholt zu sein. Oft erwachen depressive Menschen zwei oder mehr Stunden vor der gewohnten Zeit.

Appetitstörung:

Das Essen macht keinen Spaß und es wird oft nur aus Pflichtbewusstsein gegessen, um nicht abzunehmen. Häufig nehmen Menschen in einer depressiven Phase ab. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Kummerspeck sagt der Volksmund zu solchermaßen angegessenen Pfunden.

Keine Lust auf Sex:

Der mangelnde Antrieb zeigt sich häufig auch im Sexualleben. Dies ist oft reduziert und wird als nicht mehr so wichtig und leidenschaftlich erlebt.

Körperliche Beschwerden:

Eine Depression kann sich auch in einer Reihe körperlicher Anzeichen widerspiegeln, für die der Arzt keine somatische Ursache findet. Betroffene klagen über Schmerzen, Beschwerden und Überempfindlichkeit. Dabei können alle Körperteile und Organe betroffen sein.

Machen Sie den Selbsttest

Die Aussagen dieses Selbsttests betreffen Ihr Wohlbefinden in den letzten zwei Wochen. Bitte markieren Sie bei jeder Aussage die Rubrik, die Ihrer Meinung nach am besten beschreibt, wie Sie sich in den letzten zwei Wochen gefühlt haben.

Auswertung: Ihr Punktwert kommt durch einfaches Zusammenzählen der einzelnen Antwortpunkte zustande. Bei einem Gesamtpunktwert unter 13 Punkten kann eine behandlungsbedürftige Depression nicht ausgeschlossen werden. Hier kann eine Psychotherapie sinnvoll sein. Dies können wir gerne im Gespräch mit Ihnen klären.